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Schlammige Sache mit Spaßfaktor
Der Start zum MTB Marathon St.Ingbert 2011 Kurzstrecke war für 13.30 Uhr
angesetzt. Genug Zeit den Morgen gemütlich angehen zu lassen und sich
gegen 12.30 Uhr aufs Rad zu schwingen und die Strecke nach St.Ingbert als
Aufwärmphase zu nutzen. Startnummern wurden bereits am Vortag organisiert
und so konnten wir direkt zur Startlinie radeln. Alles passte bis aufs Wetter der
letzten Tage und Stunden. Am morgen ergab sich noch ein kräftiger
Regenguss der die Strecke zur Schlammpackung machte.
Auch ich glaubte daran dass wir vielleicht nicht ganz die einzigen auf
Crossrädern sind. Doch bei Ankunft sah man schon dass die Konkurrenz eher
die extra breiten Gummis aufgezogen hat als die schmäleren. Ich stellte mich
auf nen schweren Kampf im Matsch ein, ohne zu ahnen was das bedeuten
sollte.
Blockstart im Pulk um 13.30 Uhr! Los ging’s!
Die 123 Starter der Kurzstrecke überfuhren die
Startlinie. Über einen befestigten Waldweg
ging’s den ersten km darum sich zu ordnen, das
Gedränge war groß. Da wir ohne Ergebnisse des
Vorjahres aus den hinteren Reihen starten
mussten kostete mich die Arbeit, sich nach vorne
zu orientieren, schon viele Körner auf den ersten
Kilometern.
Doch auf den anschließenden Kilometern sollte
dies nicht anders sein.
 
Die Streckenverhältnisse forderten mir und meinem Rad alles ab. Kondition,
Konzentration und Technik! Schlammige Trails die bereits von hunderten
Mountainbiker wenige Stunden zuvor malträtiert wurden, die mit Wurzeln und
Steinen bestückt versuchten jeden Biker von sich zu werfen. Ein Kampf um
Kontrolle und Geschwindigkeit den nicht jeder immer gewann, der jedoch mit
etwas Mut und Gefühl für die Strecke zu bewältigen war.
An dieser Stelle sei mal gesagt dass ich die Streckenführung und Sicherung,
für sehr gut empfunden habe, Daumen hoch!
Aber zurück; besonders das Schieben des Bikes am schlammigen Berg, wo
ein Fahren unmöglich war, ging an die Substanz, wer trainiert schon Rad
schieben?
Nach gut der hälfte der Strecke spürte ich das zu hoch gewählte
Anfangstempo, ab hier galt´s „beißen“!
Der letzte große Anstieg zum Kahlenberg verlangte nach
letzten
Kraftreserven und die anschließende nicht einfache Abfahrt
noch
mal volle Konzentration. Doch kurz vorm Ziel kam es
unverhofft noch dicker! Der schmierigste Teil der Strecke,
noch 1000 m bis zum Ziel, dicke Beine, hoher Puls, fast
keine Konzentration mehr. Auch mich hat´s auf diesem
letzten Stück Schmierseife niedergelegt und spätestens
hier war mein Rad fehl am Platz, die Traktion meiner
Reifen bewegte sich im Nullbereich. Auf dem letzten Ritzel
erreichte ich das Stadion und Ziel. Boahh geschafft!
Ein gutes Gefühl diesen Fight für sich selbst gewonnen zu haben!
Wenn alles passt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei!!
Strecke:
27 km, 700 hm, 17 km Singletrailanteil
Zeit:
1:50:31.8
Ergebnis:
Platz 33 im Gesamtklassement, Platz 7 Altersklasse
Einen besonderen Dank möchte ich noch den Fan´s am Rande der Strecke
zukommen lassen für Ihre Unterstützung und die geschossenen Fotos.
Michi war bereits 10 min eher im Ziel. Hier das Rennen aus seiner Sicht:
Rad am Limit
Schien es von Beginn an gewagt, sich auf eine MTB-Strecke mit einem
Crossrad zu wagen, so sollte man es spätestens nach ca. 10l Regen in der
Nacht in die Kategorie „leicht wahnsinnig“ einordnen. Ich
rechnete auch
wenigstens mit zwei, drei weiteren mit Crossrädern – nix da,
wir
waren die einzigen. Dementsprechend schraubte ich alle
Ambitionen auf eine vordere Platzierung zurück und
startete ganz gemächlich, weswegen ich im Verkehr
bereits in der Anfangsphase mit Sicherheit mindestens
5 min auf die Spitze „verloren“ hab. Trotzdem lief es bis
zum ersten Trail ganz gut an: An diesem war
allerdings recht schnell kollektives schieben
angesagt. Das ging auch direkt mächtig in die
Unterschenkel, aber fahren war bei den Bedingungen net
drin. Berg runter ging das Adrenalin dann richtig hoch:  Wie auf Eis
ging’s auf den von den Profis bereits total ausgefahrenen Rinnen bergab.
Nicht wenige der Kontrahenten übertrieben´s und boten mir spektakuläre
Stürze. So ging’s immer weiter, berghoch, bergrunter bis zum Schlussanstieg
an den Kahlenberg, wo ich eigentlich noch genug Körner hatte um einige
Fahrer stehen zu lassen. Doch die letzten 2 km mitten durch den Wald
machten mir einen großen Strich durch die Rechnung: Hier ging mit dem
Crossrad gar nix mehr, zudem warfs michs dann noch einmal über den
Lenker, lief aber alles glimpflich ab.
Am Ende bin ich mit Platz 17 sehr zufrieden, wenn der Spaßfaktor auch
materialbedingt leider nicht so groß war, wie er bei der tollen Strecke hätte
sein können. Aber das wird nicht das Ende der MTB-Karriere sein…
Strecke:
27 km, 700 hm, 17 km Singletrailanteil
Zeit:
1:40:01.7
Ergebnis:
Platz 17 im Gesamtklassement, Platz 7 Altersklasse